HYDROCEPHALUS


Wenn Druck im Kopf zum Problem wird — Hydrocephalus

Anhaltende Kopfschmerzen, die nicht auf normale Schmerzmittel ansprechen. Ein unsicherer Gang, als würde der Boden schwanken. Das Gefühl, dass Gedanken langsamer werden, die Konzentration nachlässt. Diese Beschwerden können viele Ursachen haben — eine davon ist der Hydrocephalus, eine Erkrankung, bei der Hirnwasser nicht mehr richtig abfließt und sich im Schädel staut.

Was ist ein Hydrocephalus?

Das Gehirn ist von einer klaren Flüssigkeit umgeben, dem Liquor. Diese Flüssigkeit schützt das Gehirn, versorgt es mit Nährstoffen und wird ständig neu gebildet und abtransportiert. Beim Hydrocephalus ist dieser Kreislauf gestört — der Liquor staut sich, der Druck im Schädel steigt, und das Gehirngewebe wird zunehmend belastet.

Hydrocephalus kann angeboren sein, nach einer Hirnblutung oder Entzündung entstehen, oder — besonders bei älteren Menschen — schleichend ohne erkennbare Ursache auftreten. Letztere Form, der sogenannte Normaldruckhydrocephalus, wird häufig zunächst als Demenz oder Gangstörung fehlgedeutet.

Wie erkennen wir ihn?

Die Diagnose wird mit einer MRT- oder CT-Bildgebung gestellt. Dabei sehen wir, ob und wie stark die Hirnkammern erweitert sind. In manchen Fällen ergänzen wir die Bildgebung durch eine Liquordruckmessung oder einen Ablassversuch, um abzuschätzen, wie gut eine Behandlung ansprechen wird. Die Untersuchung ist schmerzlos und in unserer Klinik jederzeit möglich.

Wie behandeln wir ihn?

Hydrocephalus ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Zwei Verfahren kommen hauptsächlich zum Einsatz:

Shunt-Anlage: Ein dünner Schlauch wird chirurgisch eingesetzt, der den überschüssigen Liquor aus dem Schädel in den Bauchraum ableitet, wo er vom Körper aufgenommen wird. Der Eingriff ist minimalinvasiv, dauert etwa eine Stunde und zeigt bei vielen Patienten eine deutliche und rasche Verbesserung der Beschwerden.

Endoskopische Ventrikulostomie (ETV): Bei bestimmten Formen des Hydrocephalus kann alternativ eine kleine Öffnung im Boden der Hirnkammer geschaffen werden, sodass der Liquor auf einem natürlichen Weg abfließen kann — ganz ohne implantierten Schlauch. Ob dieses Verfahren möglich ist, entscheiden wir individuell anhand der Bildgebung und der Krankengeschichte.

Warum bei uns?

Die Behandlung von Hydrocephalus — beim Säugling ebenso wie beim älteren Erwachsenen — gehört zu den ausgewiesenen Schwerpunkten unserer Klinik. Unsere Oberärztinnen und Oberärzte verfügen über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und operativen Versorgung von Liquorzirkulationsstörungen. Gemeinsam mit der Neurologie und der Neuroradiologie im Neurozentrum stellen wir sicher, dass die Diagnose stimmt, bevor wir behandeln.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie oder ein Angehöriger die beschriebenen Beschwerden kennen, sprechen Sie uns an. Wir klären gemeinsam, ob ein Hydrocephalus vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist.

Anmeldung zur Sprechstunde:
Tel 0461 812 1901
E-Mail: neurochirurgie@malteser.org