Zerebrales Sauerstoffmonitoring präzisiert Behandlung schwerer Schädel-Hirn-Verletzungen

Prof. Dr. Regelsberger und Prof. Dr. Linstedt präsentieren das neue Gerät zur Messung des zerebralen Sauerstoffs
Scheckübergabe (v.l.): Kerstin Ganskopf (Geschäftsführerin), Dr. Silke Hopf-Jensen, (Oberärztin Neuroradiologie und Projektleiterin des Förderverein Flensburger Kliniken e.V.), Brigitte Erichsen (Schriftführerin Förderverein Flensburger Kliniken e.V.), Michael Jahn (Personalleiter & Prokurist FFG), Prof. Dr. Jan Regelsberger (Chefarzt der Neurochirurgie). Prof. Dr. Ulf Linstedt (Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin)

Mit dem Betrag wird die Einführung des sogenannten „zerebralen Sauerstoffmonitorings“ ermöglicht – ein Verfahren, das die Behandlung schwerer Schädel-Hirn-Verletzungen deutlich präzisieren kann. 

Alle 90 Sekunden erleidet in Deutschland ein Mensch ein Schädel-Hirn-Trauma, alle 20 Minuten sogar ein schweres – etwa infolge von Verkehrsunfällen, Sportunfällen oder Stürzen im häuslichen Umfeld. Am Malteser Fördeklinikum wird die bestehende neurointensivmedizinische Versorgung künftig durch eine zusätzliche Messmethode ergänzt: die kontinuierliche Bestimmung des zerebralen Sauerstoffpartialdrucks im Gehirngewebe. Diese erlaubt es, kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Therapie individuell anzupassen. Damit ergänzt das Verfahren etablierte Parameter wie den intrakraniellen Druck (ICP) und den zerebralen Perfusionsdruck (CPP) und erweitert die Möglichkeiten der zielgerichteten Behandlung. 

 „In der neurointensivmedizinischen Versorgung zählt jede Information über den Zustand des Gehirns. Studien weisen darauf hin, dass sich durch die zusätzlichen Parameter Behandlungsergebnisse und Überlebenschancen deutlich verbessern können“, verdeutlicht Prof. Dr. Ulf Linstedt, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin. „Die Messung des zerebralen Sauerstoffpartialdrucks erweitert unsere Möglichkeiten in der Behandlung schwerer Schädel-Hirn-Traumata erheblich. Sie ermöglicht uns, kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Therapien noch gezielter zu steuern“, ergänzt Prof. Dr. Jan Regelsberger, Chefarzt der Neurochirurgie.

Die Umsetzung dieses Projekts wurde durch den Förderverein Flensburger Kliniken ermöglicht. „Mit unserer Förderung wollen wir gezielt Projekte unterstützen, die die medizinische Versorgung in Flensburg konkret verbessern“, so Brigitte Erichsen, Schriftführerin des Fördervereins Flensburger Kliniken e.V. Die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) hat dieses Projekt komplett als ihr „Herzensprojekt“ finanziert und hat bereits angekündigt, sich auch weiterhin im Förderverein zu engagieren. „Als regionales Unternehmen engagieren wir uns bewusst im Förderverein, um die medizinische Versorgung vor Ort zu unterstützen. Es ist uns wichtig, dass unsere Förderung dort ankommt, wo sie unmittelbar einen Unterschied für Patientinnen und Patienten macht“, erklärt Michael Jahn, Personalleiter und Prokurist der FFG.

„Die Unterstützung durch den Förderverein und seine Förderer ermöglicht es uns, innovative medizinische Verfahren schneller in die Patientenversorgung zu bringen“, erklärt Dr. Silke Hopf-Jensen, Oberärztin Neuroradiologie und Projektleiterin des Fördervereins. „Das ist eine wertvolle Ergänzung zur regulären Krankenhausfinanzierung und kommt unmittelbar unseren Patientinnen und Patienten zugute.“ 

„Die Einführung des Monitorings zeigt, wie eng medizinische Innovation, bürgerschaftliches Engagement und regionale Förderung hier in Flensburg zusammenwirken“, bringt es Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf auf den Punkt.