Forschung & Publikationen
Laufende Projekte
1.- BELCANTO – BEfindLichkeitsverbesserung unter CANnabinoid-ExtrakTen bei palliativ-Onkologischen Patienten
Quelle: http://belcanto-medizinalcannabis-studie.de
Studienbeschreibung
Allgemeinverständliche Kurzbeschreibung
Die Therapie mit medizinischen Cannabinoiden (CAM) stützt sich bislang weitgehend auf Erfahrungsmedizin, Fallstudien und Zulassungsstudien. Hieraus lassen sich eine Verbesserung der Lebensqualität, spastischer Symptome, Übelkeit und Inappetenz ableiten. Allerdings ist die Studienlage für einen Evidenz-basierten Einsatz nicht ausreichend. Es gibt bislang nur wenige randomisierte und placebo-kontrollierte Studien mit CAM. Dies gilt auch für den Einsatz von CAM bei palliativ behandelten Tumorpatienten.
In dieser an mehreren Zentren durchgeführten Studie soll der Effekt von medizinischen Cannabinoiden auf die Befindlichkeit von palliativ behandelten Tumorpatientinnen und -patienten geprüft werden.
Wissenschaftliche Kurzbeschreibung
Multi-zentrische, prospektive, interventionelle, randomisierte, zwei-armige, placebo-kontrollierte, parallele, doppelt-verblindete klinische Prüfung nach AMG/CTR und BtMG zur Prüfung des Effekts einer öligen Lösung von THC:CBD 1:1 auf die Befindlichkeit von Patienten in palliativer onkologischer Behandlung.
Es wird validiert, ob die Anwendung von medizinischen Cannabinoiden (CAM) geeignet ist, zu einer Verbesserung der Symptomlast und Befindlichkeit von onkologischen Palliativpatienten beizutragen.
Primäres Studienziel ist der Nachweis der Verbesserung der globalen Symptomlast im THC-Interventionsarm im Vergleich zur Placebo-Kontrollgruppe in einem Zeitraum von 12±2 Tagen, gemessen anhand einer prozentualen Veränderung des Wertes des Edmonton Symptom Assessment System total symptom distress score (ESAS TSDS) zum Zeitpunkt des Studienbeginns und nach 12±2 Tagen.
Die Ergebnisse der klinischen Prüfung sollen dazu dienen, eine Evidenz für den Einsatz von CAM in der palliativen Onkologie zu schaffen, sowie Orientierung bei der zukünftigen Planung von Studien auf diesem Gebiet zu geben (z.B. Fallzahlberechnung).
Ansprechpartner: Dr. med. J. Domschikowski
2.- DAILY SDM
Quelle: https://www.interreg-de-dk.eu/projekte-ergebnisse/unsere-projekte-1/einzelansicht-projekte/daily-sdm
Projektbeschreibung:
DAILY SDM zielt darauf ab, Shared Decision Making (SDM) grenzüberschreitend in der Interreg-Region zu implementieren.
SDM bezeichnet den gemeinsamen Entscheidungsprozess zwischen Kliniker und Patient mit dem Ziel, die medizinisch sinnvollste und gleichzeitig vom jeweiligen Patienten präferierte Behandlungsstrategie zu finden. SDM ist sowohl Teil von, als auch Voraussetzung für: Patienten-Empowerment. Die bestehenden nationalen SDM Konzepte sind eine positive Entwicklung auf dem Weg zum Gesundheitssystem der Zukunft und zum mündigen Patienten, haben aber auch spezifische Stärken und Schwächen.
Mit dem „Nationalen Kompetenzzentrum SDM“ (UKSH) und dem „Center for Fælles Beslutningstagning“ (KH Lillebælt) befinden sich zwei der bedeutendsten SDM-Initiativen Europas mitten im Interreg Grenzgebiet. DAILY SDM wird die beiden Initiativen kombinieren und gemeinsam als integrierte Strategie vorantreiben – ein Leuchtturm für die gesamte EU. Es wird eine Plattform entstehen, die als europaweite SDM-Referenz reüssieren kann. Davon profitieren nicht nur Kliniker und Patienten, sondern die gesamte Grenzregion als innovativer und hochrelevanter Gesundheitsstandort.
Um dieses SDM-Flaggschiffs zu realisieren, werden wir relevante Aspekte grenzüberschreitend testen und ein umfassendes einheitliches SDM-Konzept entwickeln. Damit SDM die Bürger tatsächlich erreicht, haben wir ein breites Partnernetzwerk aufgebaut, das die gesamte Interreg-Region abdeckt. Die wichtigsten Ergebnisse sind: ein grenzüberschreitendes SDM-Konzept, ein innovatives digitales SDM-Trainingstool, digitale zweisprachige Entscheidungshilfen, 100 Ärzte und 200 Pfleger, die in SDM und Entscheidungshilfen geschult sind. Das Projekt priorisiert eine aktive Zielgruppeneinbindung, anwenderzentrierte Innovation und wirksame PR-Aktivitäten.
Das Projekt strebt folgende Ergebnisse an:
- Verbesserung der Gesundheitsfürsorge der Bürger und der Arbeitszufriedenheit des klinischen Personals durch die Implementierung von SDM in der Interreg-Region
- SDM-geschultes klinisches Personal
- Direkt anwendbare SDM Werkzeuge (Entscheidungshilfen)
- Aktivierte Patienten
- Integriertes SDM-Konzept
Ansprechpartnerin: Dr. med. Frauke Winkhaus
3. HeAT. Health Advancing Technologies for Elderly
Projektbeschreibung
Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Lebenserwartung und wachsenden Anzahl älterer Menschen setzt unsere Gesundheitssysteme zunehmend unter Druck. Hier können innovative digitale Lösungen und Prozesse im Gesundheitswesen dazu beitragen, dennoch hohe Standards bei Prävention und Behandlung aufrechtzuerhalten.
Leider haben gerade ältere Menschen Schwierigkeiten, diese digitalen Lösungen zu nutzen. Daher konzentriert sich das Projekt HeAT (Health Advancing Technologies for Elderly) auf die Verbesserung des Zugangs besonders älterer Menschen zu einem zunehmend digitalisierten Gesundheitssystem.
Das Projekt richtet sich besonders auf die Frage, wie Gesundheitsinitiativen und technologische Lösungen entwickelt oder an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden können. Auf diese Weise können die Behandlung und die Lebensqualität dieser Menschen mit Hilfe gesundheitsfördernder Technologien verbessert werden.
Gleichzeitig helfen digitale Lösungen, die steigenden Kosten für das Gesundheitswesen im Griff zu behalten. All dies wird auch dazu beitragen, altersbedingte Ungleichheit bei Gesundheit und Behandlung zu verringern.
Das Projekt strebt folgende Ergebnisse an:
- Drei Implementierungsstrategien für neu entwickelte und getestete Gesundheitstechnologien
- Aktionsplan zur Vermittlung und Implementierung der Projektergebnisse
- Entwicklung von fünf maßgeschneiderten Gesundheitsapplikationen für ältere Patienten
- Testreihen mit fünf neu entwickelten Gesundheitsapplikationen für ältere Patienten
- Eine Testreihe für Smartwatch mit Gesundheitsapplikationen
- Etablierung von zwei Expertennetzwerken
Ansprechpartnerin: Dr. med. Julia Köck