Interventionelle Radiologie
Die interventionelle Radiologie beinhaltet die Diagnostik und minimal invasive Therapie bei Erkrankungen der großen aortalen Gefäße, der Viszeralgefäße sowie der übrigen arteriellen und venösen Bauch-Becken-Beingefäße. Aufgrund der nur winzigen Einschnitte in der Haut, durch die diese Eingriffe durchgeführt werden, wird die interventionelle Radiologie auch als „Nadellochchirurgie“ bezeichnet. Häufig ist keine Vollnarkose notwendig, der Krankenhausaufenthalt und die benötigte Erholzeit werden für den Patienten verkürzt.
Diese radiologischen Tätigkeiten finden in enger Kooperation und in Absprache mit der täglich stattfindenden interdisziplinären Konferenz mit den teilnehmenden Disziplinen aus Radiologie, Gefäßchirurgie und Angiologie statt, um die optimalen Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patienten individuell abstimmen zu können.
Die Bereiche der nonvaskulären interventionellen Radiologie beziehen vorwiegend lokal abladierende und embolisierende Verfahren zur Tumorbehandlung ein. Diese finden in Abstimmung mit der wöchentlich interdisziplinären onkologischen Konferenz innerhalb des Darmzentrums Flensburg, des onkologischen Zentrums Nord, des zertifizierten Brustkrebszentrums und des zertifizierten gynäkologischen Krebszentrums statt.
Vaskuläre interventionelle Radiologie
Interventionelle Onkologie
Embolisation und Ablation von Lebertumoren und Metastasen in der Leber
Die Behandlung von bösartigen lebereigenen Tumoren oder Tumorabsiedlungen (Metastasen in der Leber) können heutzutage auch auf unterschiedliche minimal invasive Art und Weise interventionell, durch die Haut (perkutan) behandelt werden. Eine Behandlungsoption ist der sogenannte Verschluss von Leberarterien mit kleinen Partikeln, welche z. B. mit einem Chemotherapeutikum beladen sind. Dies hat den Vorteil, dass diese gezielt nahe der Läsion über einen kleinen Katheter, eingeführt über die Leistenschlagader, injiziert werden. Dies soll die Effektivität der Behandlung erhöhen bei gleichzeitiger Reduktion der Nebenwirkungen durch das Chemotherapeutikum.
In örtlicher Betäubung und Analgosedierung bzw. in Intubationsnarkose durchgeführte perkutane abladierende Verfahren wie die Radiofrequenzablation und die Mikrowellenablation stehen zur Verfügung um z. B. lebereigene Tumoren wie das hepatozelluläre Karzinom aber auch andere Tumorentitäten in der Leber bzw. Metastasen in der Leber zu behandeln. Abgerundet wird das interventionelle Spektrum durch elektromagnetische biologische Verfahren, wie die Elektroporation und thermale Verfahren wie die Kryoablation und mechanisch thermale Verfahren wie der hochintensitätsfokussierte Ultraschall. Die o. g. Tumoentitäten können allerdings auch in örtlicher Betäubung über einen perkutanen Zugang über die Leistenschlagader durchgeführt werden, und zwar in dem mit dünnen Kathetern die entsprechenden tumorversorgenden Gefäße der Leber aufgesucht werden und ein Chemotherapeutikum, häufig in Kombination mit Chemotherapeutikum beladenen Partikeln behandelt werden. Eine Kombination der Behandlungsverfahren wird in einzelnen Fällen ebenfalls durchgeführt.
Diese interventionell radiologischen, klinisch onkologischen Behandlungskonzepte werden in einer wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Konferenz, bestehend aus Chirurgen, Strahlentherapeuten, Onkologen, Pathologen und interventionellen Radiologen, leitlinien- basiert und individuell, patientenadaptiert besprochen. Aus dieser Konferenz geht ein entsprechender Beschluss zur Behandlungsempfehlung hervor.