Das minimalinvasive Verfahren stellt eine schonende Behandlungsoption für ausgewählte gut- und bösartige Erkrankungen der weiblichen Brust dar.
„Die Etablierung dieses Eingriffs hier in Flensburg ist ein enormer Gewinn für die Frauengesundheit in der Region“, sagt Prof. Dr. Stefan Müller‑Hülsbeck, Chefarzt des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie. „Gerade für Patientinnen, für die eine Operation nicht infrage kommt oder nicht gewünscht ist, eröffnet die Kryoablation neue therapeutische Möglichkeiten.“
Gewebeentfernung durch Kälte statt Operation
Bei der Kryoablation wird krankhaft verändertes Gewebe gezielt durch extreme Kälte zerstört. Über eine feine Sonde – vergleichbar mit einer Biopsienadel, teils sogar dünner – wird das betroffene Areal unter bildgebender Kontrolle mittels Ultraschall durch wiederholtes Vereisen und Auftauen von innen heraus geschädigt, bis die Zellen absterben. Der Eingriff dauert etwa 40 bis 50 Minuten und erfolgt in lokaler Betäubung. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich, Schnitte und Narbenbildung oder kosmetische Beeinträchtigungen der Behandelten werden vermieden.
Neue Perspektiven für unterschiedliche Patientinnengruppen
Von dem Verfahren profitieren insbesondere Patientinnen, für die eine klassische Operation nicht oder nur eingeschränkt möglich ist – etwa ältere Patientinnen oder Menschen mit relevanten Begleiterkrankungen. Gleichzeitig bietet die Kryoablation auch für jüngere Patientinnen mit gutartigen, aber symptomatischen Veränderungen wie Fibroadenomen eine attraktive Alternative zur operativen Therapie, insbesondere aus kosmetischen Gründen.
„Wir sehen hier großes Potenzial und rechnen mit einer steigenden Nachfrage im Brustzentrum – sowohl bei nicht operablen Tumoren als auch bei gutartigen Läsionen“, so Dr. Janning Wagner, Chefarzt der Frauenklinik. Die Kryoablation wird künftig als zusätzliche kurative Option in den interdisziplinären Tumorkonferenzen berücksichtigt, um für jede Patientin die individuell bestmögliche Therapie festzulegen.
Ausbau des Angebots geplant
Die ersten drei Eingriffe wurden bereits erfolgreich durchgeführt – zunächst mithilfe eines Leihgeräts. In Kürze soll nun, finanziert durch den Förderverein Flensburger Kliniken, ein eigenes Kryoablations‑System angeschafft werden. Damit steht das Verfahren dauerhaft am Malteser Fördeklinikum St. Katharina zur Verfügung.
Mit der Einführung der Kryoablation stärkt das Malteser Fördeklinikum sein Profil in der modernen Brustmedizin und erweitert das Angebot in der Frauengesundheit um ein innovatives, patientenschonendes Verfahren.